Archäologisches Landeszentrum_Mainz  

Neubau eines archäologischen Zentrums 

Projekt                 Archäologisches Landeszentrum Mainz

Projekttyp            Wettbewerb

Bauherr               Land Rheinland-Pfalz

Realisation         September 2009

bgf                        13.000m²

Status                  abgeschlossen

Ort

Spannungsfeld zwischen kleinteiliger Altstadtmatrix und den neuzeitlichen, großformatigen Monoblöcken Südbahnhof, Kino, DB, etc.

 

Solitär im Park

Das AZM baut bewusst an dieser Stelle nicht die Stadt zu Ende. Vielmehr wird dem Wettbewerbsgebiet ermöglicht, das AZM mit den nahe gelegenen Grünzügen und dem Stadtpark in den Stadtraum hineinzuziehen. In diesen neu angelegten Stadteingangspark stellt sich das AZM als Solitär. Dabei orientiert es sich mit seinem funktionalen Rücken an den Gleisanlagen und der rückwärtigen Gebäudekante des benachbarten Parkhauses. Zur Neutor- und Rheinstrasse lehnt sich das AZM weit auskragend über den Neutorplatz.

 

Wegebeziehung

Das AZM als Solitär sitzt so auf dem Grundstück, dass es ein wichtiges städtisches Bindeglied zwischen Altstadt, Oberstadt Winterhafen und „Südbahnhof“ wird.

Speziell die für die Verbindung in die Oberstadt wichtigen Unterführungen sind maßgeblich für die Längenausdehnung des Gebäudes. Die Anbindung an den Winterhafen als innerstädtisches Naherholungsgebiet wird gefördert.

Durch den von der Rheinstraße zurückgesetzten Baukörper wird der Stadteingang als Neutorpark inszeniert.

Zwischen Gleisanlage und AZM sind Mitarbeiterparkplätze und die Anlieferung versteckt.

In dieser Zone befindet sich ebenfalls die Tiefgaragenzufahrt.

 

Organisation

Von oben nach unten >Wissenschaft >Öffentlichkeit >Ausstellung.

Die öffentlichen Bereiche liegen erdgeschossig am Neutorplatz zwischen Schifffahrtsmuseum, AZM und den Ausläufern des Entwicklungsgebietes Südbahnhof. Von diesem leicht erhöhten städtischen Platz betritt man das Gebäude, vorbei am Museumscafe und Shop. Das Zentrum des Gebäudes wird durch die Jupitersäule als Kernstück der Ausstellung besetzt. Sie ragt aus den Ausstellungsflächen im UG in einen sich nach oben öffnenden zentralen Lichthof. Die Jupitersäule verbindet die gewesene mit der zukünftigen Welt.

Archäologie ist Auseinandersetzung mit Geschichte, die sich in Schichten im Bodenaufbau abzeichnet. Die Exponate werden daher gleich einer Grabungsstätte in einem in den Neutorpark gegrabenen Ausstellungsraum platziert. Eine weitläufige Freitreppe als Verlängerung des Atriums führt den Besucher an der Jupitersäule vorbei in das Grabungsfeld. Der Ausstellungsraum ist frei unterteilbar. Großformatige Laternen durchdringen den darüber gelegenen Platz. Sie sorgen für eine ausgewogene indirekte Beleuchtung einerseits und eine Präsenz der Ausstellung im Stadtraum andererseits.

Forschung, Labore, Werkstätten sind für die Archäologie das Bindeglied in die Gegenwart und die Zukunft. Sie definieren die stadträumlich markante Figur des AZM in den Obergeschossen. Sie sind U- und ringförmig angesiedelt. An Ihren Neutorplatzseiten entstehen geschossübergreifende Galerien als Kommunikationszonen. Die Bibliothek im ersten Obergeschoss schwebt über dem Eingang.

 

Erschließung:

2 Kerne im funktionalen Rücken stellen die Erschließung und Andienung der oberen und unteren Arbeitsgeschosse sicher. Ein zusätzlicher zentraler Kern verbindet einerseits die Besuchergarage mit dem Eingangsgeschoss. Ein anderer Teil davon verbindet die internen Ebenen.