Der Siegerentwurf für das Hochhausquartier auf dem Kulturcampus

 

Das Hochhausquartier auf dem Kulturcampus ist ein gelungenes Beispiel für das erfolgreiche Zusammenwirken der Interessengruppen Stadtplanung und Projektentwicklung. Es überzeugt durch den respektvollen Umgang der Bauherren und der Stadt mit dem kürzlich rechtskräftig gewordenen, neuen Bebauungsplan.

 

Der Entwurf sieht ein Gebäudeensemble aus einem gemischtgenutzten Hochhaus mit Sockelbebauung, einem Bürohochhaus, einer Kita sowie einem Solitärgebäude mit Büroflächen vor. Das Areal markiert den südlich räumlichen Abschluss des neuen Frankfurter Quartiers Kulturcampus. Zugleich dient es als städtisches Scharnier zwischen den Stadtteilen Westend und Bockenheim.

Die Öffnung des innerstädtischen Blockrandes birgt die Chance, das Areal in das städtische Geflecht zu integrieren. Das Aufgreifen der bestehenden Laufwege der angrenzenden Stadtteile schafft eine identitätsstiftende Mitte, welche als Orientierungspunkt innerhalb des Quartiers dient. Aus dieser Mitte werden alle Gebäude mit repräsentativen Haupteingängen erschlossen.

Besonders überzeugt der Entwurf durch den großzügigen, öffentlichen Platz zwischen Bürogebäude Nord und dem Sockel des Bürohochhauses Nord-West an der Robert-Mayer-Straße. In langwierigen städtebaulichen Studien wurden verschiedene Blockrand-Szenarien untersucht; der qualitativ beste Platz auf dem Areal konnte durch die Öffnung zur Robert-Meyer-Straße geschaffen werden. Er korrespondiert mit der zukünftigen Nord-Süd-Grünanlage des Kulturcampus und bezieht den gegenüberliegenden Bau des sanierten Physikalischen Vereins mit ein. Diese einladende Geste belebt die Mitte des Ensembles und schafft Verbindungen zwischen den angrenzenden Quartieren.

Der geöffnete Städtebau vermag die unterschiedlichen Nutzungen im Quartier zu vernetzen, indem er öffentlichen Raum schafft, in dem sich Menschen begegnen und gerne aufhalten.

Der sensible Umgang mit der Stadt und die Rücksicht auf die Bedürfnisse der Menschen, die in ihr leben, hat einen nachhaltigen Städtebau zum Ergebnis. Denn nur Großprojekte, die ihr Umfeld anerkennen und sich ihm gegenüber nicht verschließen, sind in der Stadt dauerhaft nutzbar.

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